10.-18. Juli 2021

Rückblick auf den Altmühlseelauf 2019

Läufer-Gästebuch

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Artikel über den Altmühlseelauf 2019, erschienen im Altmühl-Boten

Lohnenswerte Anreise aus Potsdam

Stefan Hendtke gewinnt beim ALTMÜHLSEELAUF souverän den Halbmarathon, bei den Frauen siegt Andrea Pregler.

UNTERWURMBACH (mho). „Letztes Jahr hat es nur geregnet, das war nicht so toll. Heuer hatten wir über 30 Grad, das war auch nicht so toll. Wir versuchen es nächstes Jahr besser zu machen“, unkte Thomas Weydringer vom Organisationsteam des SV Unterwurmbach bei der Siegerehrung über die fordernden Bedingungen beim 34. Heizomat Altmühlseelauf. Tatsächlich hatten die Läufer mit der drückenden Hitze am Samstagabend zu kämpfen, einige mussten die Hilfe des Bayerischen Roten Kreuzes in Anspruch nehmen, beziehungsweise die eigenen Erwartungen an die Gegebenheiten anpassen.

Plausch im Ziel: Die drittplatzierte Raphaela Kwidzinski (li.) und Siegerin Andrea Pregler, die erst vor zwei Wochen den Fichtelgebirgsmarathon gewonnen hatte. Foto: Mathias Hochreuther

Die beliebte Laufveranstaltung des SVU, deren Resultate aus dem Halbmarathon ja auch in die Wertung des Läufer-Cups im BLV-Kreis Mittelfranken Süd eingehen, musste wohl auch ob der Hitze und gerade auch wegen zahlreicher anderer Veranstaltungen in der Region mit einer sinkenden Teilnehmerzahl beim Hauptlauf über 21 Kilometer und den Nachwuchsläufen leben. Eine Steigerung gab es beim Jedermannslauf über 7,4 Kilometer.

Den gewannen „Dauerbrenner“ Roland Rigotti (Mörnsheim, TSG 08 Roth, 27:09 Minuten) und Verena Goldfuß (Emetzheim, Eintracht Kattenhochstatt, 28:38). Den Sieg beim Halbmarathon über die 21 Kilometer sicherte sich bei den Männern der eigens aus Potsdam angereiste und auf einen Marathon trainierende Stefan Hendtke in der ob der Bedingungen starken Zeit von 1:13:06 Stunden. Ihm folgte der in der Läufer-Cup-Wertung orne mitmischende Johannes Weizinger (Arriba Göppersdorf, 1:16:44) und der Gunzenhäuser Lokalmatador Andreas Doppelhammer (M.O.N., 1:22:13).

Auf Andreas Straßner wartete man dagegen vergeblich. Der Top-Läufer aus Pleinfeld, der im Vorjahr in einer Zeit von 1:11:57 Stunden souverän gewonnen hatte, hatte seine Mission Titelverteidigung im Vorfeld zwar angekündigt, zog aber kurzfristig zurück. Aus plausiblem Grund: Der 39-Jährige wurde für die 50-Kilometer-Weltmeisterschaft Anfang September in Rumänien nominiert und musste infolgedessen seinen Wettkampfkalender umplanen.

Bei den Frauen lief Andrea Pregler (Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz, 1:34:02) vor der im Läufer-Cup führenden Kim Korber (TV Thalmässing, 1:34:27) ins Ziel auf dem Sportgelände des SV Unterwurmbach. Dritte wurde Raphaela Kwidzinski (Opel Running Team, 1:38:58). Mit Rang vier musste sich die um den Gesamtsieg im Läufer-Cup kämpfende Larissa Korn (LG Erlangen, 1:40:19 ) begnügen.

Gunzenhausens erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz als Schirmherr der Veranstaltung beglückwünschte bei der Siegerehrung alle Teilnehmer und stellte fest, „dass der Lauf immer wieder ein Highlight für Gunzenhausen ist. Erzählen Sie es weiter, wie schön die Region hier ist.“ Für den veranstaltenden SVU hatte er einen Scheck der Stadt über 500 Euro im Gepäck.

Die Anreise aus Potsdam hatte sich für Stefan Hendtke gelohnt. Foto: Mathias Hochreuther

Kletterte als Zweiter auf das Stockerl: Johannes Weizinger, Arriba Göppersdorf. Foto: Marion Siebert

nordbayern.de

Artikel über den Altmühlseelauf 2019, erschienen im Altmühl-Boten

Vielläufer und Seriensieger

Den Jedermannslauf am Altmühlsee gewinnt einmal mehr ROLAND RIGOTTI aus Mörnsheim.

UNTERWURMBACH (mho). Zum 13. Mal gingen am vergangenen Samstag die Jedermannsläufer im Rahmen des Altmühlseelaufs über die 7,4 Kilometer lange Strecke an den Start. Zum dritten Mal in Folge hieß der Sieger bei den Männern dabei in einer Zeit von 27 Minuten und neun Sekunden Roland Rigotti. Einen Tag nach seinem 43. Geburtstag gewann der in Mörnsheim im Landkreis Eichstätt lebende Rigotti den Wettbewerb des SV Unterwurmbach damit zum insgesamt schon siebten Mal. Freilich hält er mit 25 Minuten und 21 Sekunden auch die Bestzeit, aufgestellt 2011.

Aber nicht nur ob seiner Siegesserie am Altmühlsee ist Roland Rigotti, der für die TSG 08 Roth an den Start geht, eine schillernde Persönlichkeit in der regionalen Läuferszene. Gefühlt geht der Lehrer, der bei den Läufen des SVU nach eigener Aussage nur dreimal wegen Abschlussfahrten mit seiner Klasse gefehlt hat, bei jedem Lauf in Bayern an den Start.

„Weil man draußen an der frischen Luft ist, weil laufen gesund ist und weil das Drumherum einfach schön ist. Diese Läufe sind für mich Erlebnisse“, sagt Rigotti zu seiner Motivation, die ihn beinahe jedes Wochenende woanders hintreibt. Auf rund 70 Wettkämpfe (!) kommt der 43-Jährige somit jedes Jahr. Grundvoraussetzung für ein Dasein als „Vielläufer“: die Gesundheit.

„Ich bin seit 27 Jahren als Läufer unterwegs und immer verletzungsfrei geblieben, anders würde es nicht gehen“, sagt Roland Rigotti, der sich am Samstag am Altmühlsee „nicht verausgaben“ wollte. Denn gestern stand mit dem Klosterweglauf über zehn Kilometer in Aurau bei Büchenbach schon der nächste Wettkampf auf dem Plan.

Die Sieger des Jedermannslauf mit den Organisatoren, von links: Thomas Weydringer (SVU), Luisa Ordner (3.), Angela Lindberg (2.), Verena Goldfuß (1.), Roland Rigotti (1.), Eugenio Di Lascio (2.), Mariusz Tymek (3.), Frank Reißlein (SVU). Foto: Mathias Hochreuther

Artikel über den Altmühlseelauf 2019, erschienen im Altmühl-Boten

Andere Prioritäten

Warum es um ANDREAS DOPPELHAMMER ruhiger geworden ist.

UNTERWURMBACH (mho). Es war relativ ruhig um Andreas Doppelhammer in den vergangenen Wochen und Monaten. Der Gunzenhäuser ließ in den Jahren zuvor immer wieder durch starke Ergebnisse auf verschiedenen Distanzen bei Lauf-Veranstaltungen in der Region und auch auf nationaler Bühne von sich hören. 2016 und 2017 gewann er sein Heimrennen, den Altmühlseelauf, im Vorjahr musste er sich nur dem anderen Top-Läufer aus der Region, Andreas Straßner, geschlagen geben.

"Stimmung wie 100 Mann" machten die hartgesottenen Fans am Kiosk in Mörsach.

Und 2019? Da ging Doppelhammer Anfang Mai beim City-Lauf in Ansbach an den Start und wurde über die zehn Kilometer Dritter. Das war bis zum vergangenen Samstag der einzige Auftritt des für das Pleinfelder Team M.O.N („Mannschaft ohne Namen“) startenden 32-Jährigen. Beim 34.Heizomat Altmühlseelauf wurde er in einer Zeit von 1:22:13 Stunden Dritter und damit zugleich Gunzenhäuser Stadtmeister. „Mein Heimrennen wollte ich mir nicht entgehen lassen“, sagte der am Kreisklinikum arbeitende IT-Experte, „aber meine Prioritäten liegen momentan woanders.“ Der Grund, warum Doppelhammer derzeit auf den Laufstrecken weniger gesichtet wird, ist ein erfreulicher: Im März wurden er und seine Frau Rebecca Eltern einer Tochter, der Sport steht deshalb derzeit hinten an.

Wobei das wiederum relativ ist, aus Sicht eines Läufers. „Statt 100 Kilometern in der Woche laufe ich momentan halt nur 70“, sagt Andreas Doppelhammer, „aber für mein Kind verzichte ich gerne auf etwas Sport.“ Den Seenlandmarathon in Pleinfeld hat sich der frischgebackene und stolze Vater für 2019 noch vorgenommen, „vielleicht kommt noch der ein oder andere Lauf dazu, aber alles ohne Plan.“ Die Prioritäten liegen derzeit eben woanders.

Artikel über den Altmühlseelauf 2019, erschienen im Altmühl-Boten

Splitter zum 34.Altmühlseelauf

International: Von nah und Fern kamen wieder die Teilnehmer beim Altmühlseelauf. Die weiteste Anreise hatten Urlauberin Stefanie Gith aus Shailer Park/Australien und Austauschschülerin Alyssa Abke aus der Gunzenhäuser Partnerstadt Frankenmuth/USA auf sich genommen. Aus Belgien waren Marleen de Laet und Gert reus am Start.

Kinder: Schön ist, dass der Nachwuchs auch außerhalb des Bambini- und Schülerlaufs genügend Raum hat, sich auszutoben. Da finden sich Grüppchen zum Fußballspielen zusammen, andere klettern und rutschen auf dem neu angelegten Spielplatz. Und genau hier liegt wohl auch der tiefere Sinn einer Sportveranstaltung: Den Kindern den Spaß an der Bewegung zu vermitteln.

Lob: Auch wenn heuer einige bewährte Helfer wegen anderer Verpflichtungen ausfielen, gab es viel Lob für die Organisatoren: Für die Strecke und die gute Versorgung während des Laufs, die bei der Hitze besonders wichtig war.

Unkaputtbar: So bezeichnete MitOrganisator Thomas Weydringer den Auftritt von AltmühlseelaufUrgestein Fritz Edelmann. Der für den TSV Dinkelsbühl startende Läufer aus Wassertrüdingen finishte den Halbmarathon in der Altersklasse M70 in 1:58:05 Stunden – auf Krücken...

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„Willst du dir das wirklich antun?“

Mit voller Montur und Sauerstoffflasche macht STEFAN JANKER beim Altmühlseelauf auf sich aufmerksam und hat dabei zwei Missionen.

UNTERWURMBACH (tell). „Willst du dir das wirklich antun?“ Diese Frage hört Stefan Janker vor dem Start des Jedermannslaufs auf dem Sportgelände des SV Unterwurmbach nicht nur einmal, begleitet von so einigen überrascht-irritierten, neugierigen Blicken. Was hat der junge Mann denn nur vor? Spinnt der ein bisschen? Oder ist das gar ein besonders fieser Scherz für einen Junggesellenabschied, wie manch einer mutmaßt? Der 29-Jährige trägt zwar Laufschuhe an den Füßen, das war es aber dann schon: Der Rest von ihm steckt nicht etwa in atmungsaktiver Funktionskleidung, sondern in schwerer wasser- und luftundurchlässiger Feuerwehrmontur, mit der sich Atemschutzträger vor Feuer und Hitze schützen. Auf dem Rücken trägt er eine Sauerstoffflasche. Alles in allem schleppt Stefan Janker so 20 Kilogramm „Gepäck“ mit sich herum – und das bei Temperaturen von über 30 Grad.

Mit seiner ungewöhnlichen Kleidung sticht der Zirndorfer sofort raus aus der Masse der Läufer, und genau das ist auch seine Absicht. Schließ- lich will er auffallen – für seine zwei Missionen. Die eine erklärt sich eigentlich von selbst: Seit einigen Jahren ist er aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zirndorf. Er und seine Kameraden leisten bis zu 300 Einsätze im Jahr, freiwillig und ehrenamtlich. Auch die Ausbildung zum Atemschutzträger und zum Fachsanitäter hat der 29-Jährige absolviert.

Allein die Ausrüstung samt Flasche wiegt 20 Kilogramm. Damit machte sich Stefan Janker auf die 7,4 Kilometer lange Strecke. Foto: Mathias Hochreuther

Nach 55:58 äußerst schweißtreibenden Minuten im Ziel auf dem Sportgelände des SV Unterwurmbach: der „Feuerwehrläufer“ aus Zirndorf braucht erst mal viel Wasser. Foto: Mathias Hochreuther

„Ich will für dieses Ehrenamt werben und zeigen, was wir machen“, erklärt er seine Motivation für seinen außerordentlichen Einsatz und betont: „Man bekommt ja auch etwas zurück.“

Seit Mitte letzten Jahres tingelt Stefan Janker durch die Region, immer auf der Suche nach interessanten Läufen, bei denen die Teilnehmer und Zuschauer auf ihn aufmerksam werden. Gerne lässt er sich von ihnen löchern, warum und weshalb er in voller Montur auf der Strecke unterwegs ist. Er hat schließlich noch ein zweites Anliegen, das ihm neben der Feuerwehr eine echte Herzensangelegenheit ist: die Elterninitiative krebskranker Kinder Nürnberg.

„Ich laufe gegen den Krebs“ prangt denn auch in dicken Lettern auf seiner ausrangierten Sauerstoffflasche. Seit 2019 sammelt er Spenden für den Verein, der sich nicht nur um die kranken Kinder, sondern auch um deren Eltern und Geschwister kümmert. Von einer solchen Diagnose ist eben die ganze Familie betroffen. Gute 4000 Euro hat Stefan Janker bisher „erlaufen“, wobei er selbst kein Geld annimmt. „Das geht nur direkt über das Spendenkonto des Vereins“, erläutert der junge Mann das Prozedere.

Die Namen der Spender heftet er sich mit Klettverschluss an den Anzug und macht damit seinerseits Werbung für sie. Bald wird dort auch sein Arbeitgeber stehen, die Firma Metz aus Zirndorf, wo er als Konstrukteur beschäftigt ist. Das freut den 29-jährigen Idealisten natürlich, der auch ansonsten auf einen sehr verständnisvollen Chef bauen kann. „Ich muss ja wegen der Feuerwehr öfter tagsüber weg, und da gibt es keine Probleme.“

In Unterwurmbach nun hat er sich im Rahmen des Altmühlseelaufs für den Jedermannslauf entschieden, 7,4 Kilometer sind zu bewältigen. „Laufen macht mir Spaß“, meint er leichthin, schultert seine Flasche und marschiert Richtung Start. Eine Zeit hat sich Stefan Janker nicht gesetzt: „Heute ist es extrem heiß.“ Und durch seinen Anzug dringt nichts nach außen. „Die Jacke ist nach dem Lauf um einiges schwerer“, grinst er und freut sich schon auf den Dreikönigslauf des SVU am 6. Januar, an dem er bereits heuer teilgenommen hat. „Das sind bessere Temperaturen für mich!“

Noch dazu haben die Verantwortlichen des SVU beschlossen, der Elterninitiative krebskranker Kinder Nürnberg die Hälfte der Spenden, die bei dem Benefizlauf eingehen werden, zukommen zu lassen. Da lohnt sich das Wiederkommen gleich doppelt!

nordbayern.de