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Rückblick auf den Altmühlseelauf 2004

Artikel über den Altmühlseelauf 2004, erschienen im Altmühl-Boten

10. Altmühlsee-Halbmarathon: Herr- statt Sichermann

UNTERWURMBACH (hl) - Obwohl Thomas Herrmann beim "10. Altmühlsee-Halbmarathon" mit seiner Siegerzeit von 1:15:53 Stunden knapp zwei Minuten über seiner persönlichen Bestmarke geblieben und deshalb alles andere als zufrieden war, lief er die 21,096 Kilometer fast eine halbe Stunde schneller als Sichermann.

Nach 1:43:16 begrüßte Stadionsprecher Dieter Seßler im Ziel allerdings den gleichnamigen Rainer aus Meinheim und nicht den legendären Paul aus Meinhardswinden, der eigentlich kommen wollte und am Freitag dann doch noch abgesagt hat. Seinen Verzicht begründete der Seriensieger (von 1997 bis 2003) mit der Nominierung für die Berglaufnationalmannschaft und der damit zusammenhängende Vorbereitungsphase: "Ein Halbmarathon passt zu diesem Zeitpunkt einfach nicht in meinen Trainingsplan." Mit der Absage verzichtete Paul Sichermann vermutlich auch auf den mittelfränkischen Halbmarathonmeistertitel, den sich Thomas Herrmann mit etwas mehr als fünf Minuten Vorsprung vor seinem Rother SC-Teamkollegen Emil Grapka und Michael Krug von der LG Erlangen sicherte. Und seit dem 17. Juli 2004 darf sich der 35-jährige Ex-Triathlet "Fränkischer Seenmeister" nennen, hat er doch als erster und bislang einziger den Rothseelauf, den Brombachsee-Marathon und den Altmühlsee-Halbmarathon gewonnen.

Wie Thomas Herrmann (bei diesen Wetterverhältnissen war nicht mehr drin) machte auch Fritz Schübel (ich wäre gern etwas im Windschatten gelaufen) die Hitze und den heftigen Gegenwind auf dem "Heimweg" für seine doch etwas enttäuschende Zeit (1:24:26) verantwortlich.

Und obwohl er nur zwei, drei Tage früher bei wesentlich kühlerem Wetter noch drei bis vier Minuten schneller gewesen wäre, reichte es zur souveränen Verteidigung des Stadtmeistertitels. Zweiter wurde sein Freund Jürgen Friedrich, dessen Rückstand "trotz der Nummer 11 nicht so groß war wie für Jan Ullrich bei der Tour de France".

Walter Kübler hingegen emfand den Wind wie viele andere auch von wohltuend bis erfrischend, wenngleich natürlich auch ihm die Hitze mit jedem der 21 Kilometer noch mehr zusetzte. Dem 53-jährigen Cronheimer brannten buchstäblich die Sohlen, als er nach 1:41:38 Stunden als 133. die Ziellinie überquerte. Mit dem bei der Siegerehrung mit einem T-Shirt ausgezeichneten "Halbmarathon-Mann der ersten Stunde" meinte es allerdings schon zum neunten Mal das Wetter nicht besonders gut: "Jedes Mal diese Affenhitze, das ist doch nicht mehr auszuhalten."

Beim ausrichtenden SV Unterwurmbach hingegen strahlten die Organisatoren mit der Sonne um die Wette, zumal auch die Jubiläumsveranstaltung reibungslos über die Bühne ging. Und so galt der Dank des SVU-Vorsitzenden Thomas Eischer und dem Orga-Team mit Werner Albrecht, Hans Neumeyer, Wolfgang Oechslein, Dieter Seßler und Erich Söllner den rund 160 Helfer(inne)n von der Tennisabteilung über die Freiwillige Feuerwehr bis hin zum Roten Kreuz und zum ärztlichen Betreuer Dr. Freytag, ohne die die Durchführung einer solchen Großveranstaltung nicht möglich gewesen wäre.

Egal ob im Zielbereich oder an den Wechselstellen, wo sich die über 600 Halbmarathon- und über 100 Staffelläufer mit 1500 Liter Mineralwasser erfrischen konnten – jede(r) hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen. Und da es von Seiten der Teilnehmer keine ernsthafte Kritik zu hören gab, hatten die Hauptorganisatoren am Tag danach das Gefühl, es endlich einmal jedem recht gemacht zu haben. Zudem fühlten sich die "Altmühlseelauf-Macher" auch in ihrer Ideologie bestätigt, dass der familiäre Charakter weitaus wichtiger ist als eine Rekordbeteilgung.

Auf dem Laufenden gehalten wurden die Zuschauer von Dieter Seßler. Der "Stadionsprecher" schien fast jeden der 600 Finisher persönlich zu kennen und begrüßte im Ziel nicht nur Teilnehmer aus den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen, Ansbach, Roth und Donau-Ries, sondern auch aus Stuttgart, Augsburg, München, Leverkusen, Berlin und – nach 1:59:44 Stunden auf Platz 362 – mit Sylvia Lorenz sogar eine für Kiffisian Athen startende Läuferin. Als erster die Ziellinie überquert hatte der Schlussläufer des SC Roth, zumal die 29 Staffeln vom BLSV-Kreisvorsitzenden Siegfried Leitel und dem Schirmherrn, Bürgermeisterläufer Gerhard Trautner, auch noch eine Viertelstunde früher auf die 18 und damit auch noch drei Kilometer kürzere Strecke geschickt worden waren. Knapp 22 Minuten länger benötigte der TV Gunzenhausen, der hinter der LG Erlangen auf dem 3. Platz landete.

Weitere Berichte vom Altmühlseelauf 2004

Jörg Behrendt (www.joergbehrendt.de)

Team Bittel (www.teambittel.de)

LG Erlangen (www.lge-laufen.de)

TSV Heideck - Triathlon (www.heideck-triathlon.de)

ETSV Lauda (www.etsv-lauda-leichtathletik.de)

SC Roth 1952 (www.scroth52.de/la)

Stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer - unser Orga-Team

von links: Erich Söllner, Wolfgang Oechslein, Thomas Eischer, Werner Albrecht, Dieter Seßler

Bilder vom Altmühlseelauf 2004

Bilder I

Bilder II

Bilder III

Bilder IV