Rückblick auf den Altmühlseelauf 2018

Läufer-Gästebuch

Zum Läufer-Gästebuch

Artikel über den Altmühlseelauf 2018, erschienen im Altmühl-Boten

Unterwurmbach: Favoritensiege im Dauerregen

Andreas Straßner und Annika Erhardt triumphieren bei der 33. Auflage des Heizomat-Altmühlseelaufs

UNTERWURMBACH - Mit den Favoritensiegen beim Halbmarathon endete der 33. Heizomat-Altmühlseelauf in sportlicher Hinsicht erwartungsgemäß. Nicht unbedingt zu erwarten war allerdings, dass nahezu den ganzen Tag die Schleusen über dem See und Unterwurmbach geöffnet waren.

Am Start äugt er schon mal rüber: Andreas Doppelhammer (Nr.1) musste Andreas Straßner (2) irgendwann ziehen lassen und wurde Dritter. Zwischen den beiden reihte sich auf dem Stockerl noch Matthias Henninger (direkt hinter Straßner) ein. Fotos: Mathias Hochreuther

"So etwas haben wir noch nie gehabt", sagte Werner Albrecht am Samstagabend im Zielbereich auf dem Sportgelände des SV Unterwurmbach kopfschüttelnd. Albrecht, der den Altmühlseelauf zusammen mit Erich Söllner einst ins Leben gerufen hatte, erinnert sich an tropische Temperaturen, Schauer oder Gewitter (Albrecht: "Da haben sich die Sportler während des Laufs aus Angst untergestellt"), aber einen komplett verregneten Tag gab es noch nie. Irgendwann ist allerdings immer das erste Mal, und deshalb war es eben bei der 33. Auflage des Altmühlseelaufs so weit: Ob Bambinilauf (400 Meter um den Sportplatz), Schülerlauf (2 Kilometer um das Sportgelände), Jedermannslauf (7,6 Kilometer) oder Halbmarathon (21 Kilometer) – es regnete in Strömen.

Freilich hatten die Läufer selbst damit die geringsten Probleme. "Besser als heiß", sagte beispielsweise Andreas Straßner, der seine Favoritenstellung als amtierender Deutscher Halbmarathon-Meister der Altersklasse M 35 untermauerte, in einer Zeit von 1:11:57 Stunden gewann und damit seine Siege aus den Jahren 2009 und 2014 wiederholte. "Damit bin ich zufrieden", sagte der Pleinfelder, der für das Regulatpro Team antrat, ehe er völlig durchnässt und schlotternd den Zielbereich verließ.

"Wenn der Strassi mitläuft, weiß du eigentlich schon, dass du keine Chance hast," sagte Andreas Doppelhammer wenig später achselzuckend. Der Lokalmatador von der Pleinfelder "Mannschaft ohne Namen" hatte sein Heimrennen in den vergangenen beiden Jahren gewonnen, musste sich diesmal aber mit einer Zeit von 1:15:09 Straßner und auch Matthias Henninger vom TSV Ansbach (1:14:19) geschlagen geben. Für Doppelhammer war der Altmühlseelauf aber ohnehin eher ein Testlauf, der Fokus des Gunzenhäusers liegt in diesem Jahr auf dem Berlin-Marathon Mitte September.

Bei den Frauen bestätigte die Führende des Läufer-Cups, dessen zehnte von insgesamt 18 Stationen der Altmühlseelauf in diesem Jahr erstmals war, ihre Favoritenstellung: Annika Erhardt (Roth, Team Memmert) gewann mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:28:54 Stunden vor Kim Korber (1:31:02, TV Thalmässing) und Christina Schöll (1:32:28, TV Hilpoltstein). Und die 27-Jährige strahlte im Dauerregen, sie freute sich einerseits über den Ausbau der Führung in der Läufer-Cup-Wertung. "Wenn möglich, will ich ihn dieses Jahr gewinnen", sagte Erhardt, "aber da mischen schon auch noch andere mit".

Das weibliche Siegertrio mit den Organisatoren vom SVU, Frank Reißlein (li.) und Thomas Weydringer: Kim Korber (245), Annika Erhardt und Christina Schöll (385)

Mit nun vier Etappensiegen stehen die Chancen dazu nicht schlecht. Zusätzliche Motivation zieht Annika Erhardt daraus, dass es zu einem Geschwister-Gesamtsieg kommen könnte. Ihr Bruder Sven, der den Altmühlseelauf erwartungsgemäß ausgelassen hatte, führt schließlich die Wertung bei den Männern souverän an.

Andererseits war der Sieg am Samstag für Erhardt auch eine Premiere: "Ich bin das erste Mal hier mitgelaufen", sagte sie. Recht viel mehr konnte sie aber verständlicherweise gar nicht berichten. "Bei besserem Wetter hätte man vom See auch etwas mehr gesehen", meinte sie. Bei Dauergrau und Dauerregen hilft dann auch die in diesem Jahr veränderte Streckenführung, die den Altmühlsee noch mehr mit einbezog (wir berichteten), nichts.

nordbayern.de

Artikel über den Altmühlseelauf 2018, erschienen im Altmühl-Boten

Rekord geht nach Dänemark

Altmühlseelauf beherbergt viele Gäste aus Nah und Fern

Köln, Bonn, Aachen, Bielefeld, Luxemburg – der Altmühlseelauf des SV Unterwurmbach zieht auch Läufer aus ferneren Regionen an, wie ein Blick in die Starterliste zeigt. Den Rekord im Jahr 2018 hat allerdings eine Familie aus Dänemark aufgestellt.

UNTERWURMBACH — Jan Bomholt Tangaa stach am Samstag aus dem Feld der "Halbmarathonis" heraus. Der Läufer mit der Startnummer 416 schob seine Tochter im Rollstuhl über die 21Kilometer lange Strecke rund um den Altmühlsee. Was an sich schon eine herausragende sportliche Leistung war – die der Läufer der Altersklasse M45 auch noch in einer starken Zeit von 1:37:19 Stunden absolvierte –, doch das Duo fiel noch zusätzlich wegen des Shirts der Tochter auf: Im Dänemark-Trikot und mit Lautsprecherboxen am Rollstuhl bewältigte das Duo seine Runde um den See.

Damit hatte die Familie Bomholt Tangaa die weiteste Anreise für den Heizomat-Altmühlseelauf zu bewältigen. Die Dänen verbrachten ihren Urlaub im Fränkischen Seenland und hatten am Freitag von der Laufveranstaltung erfahren. Kurzerhand verlängerte die sportliche Familie ihren Urlaub und nahm mit Kind und Kegel am Bambinilauf, Schülerlauf und eben am Halbmarathon teil.

Auch Marie und Anthony Bolger starteten über die längste Distanz und hatten ebenfalls eine lange Anreise hinter sich. Aus Aachen waren die Eheleute angereist, extra für den Altmühlseelauf. "Wir hatten am Wochenende nichts vor und haben eine Laufveranstaltung gesucht", berichtete Marie Bolger nach dem Zieleinlauf. Auch im Westen der Bundesrepublik hätte es an diesem Wochenende Möglichkeiten gegeben, sagte die gebürtige Irin Marie Bolger, allerdings hätte der Altmühlseelauf das Ehepaar auch landschaftlich angesprochen. Dass die Landschaft im Dauerregen und Dauergrau verschwand, störte Marie Bolger nicht weiter: "Es hat trotzdem Spaß gemacht und war ein schöner Lauf."

Respekt:Jan Bomholt Tangaa schob seine Tochter im Rollstuhl die 21 Kilometer lange Strecke – und musste dabei mit aufgeweichten und schlammigen Feldwegen kämpfen. Foto: Tina Ellinger

Der Altmühlseelauf hat sie im Vorfeld angesprochen: Das Ehepaar Marie und Anthony Bolger aus Aachen. Foto: Mathias Hochreuther

Gunzenhausens erster Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, Schirmherr des Altmühlseelaufs, nannte die bunte Mischung von "Läufern aus Nah und Fern" bei der Siegerehrung im Festzelt dann auch ein "Markenzeichen dieses Laufs".

Die sportliche Familie Bomholt Tangaa aus Dänemark war da schon auf der weiten Heimreise.

MATHIAS HOCHREUTHER

Artikel über den Altmühlseelauf 2018, erschienen im Altmühl-Boten

Daumen hoch für das "Stimmungsnest"

Tapfere Zuschauer am "Kraftwerk" in Mörsach — Strecke führte durch den Biergarten

MÖRSACH — Sie gaben wirklich alles und blieben im Dauerregen eisern bis zum letzten Läufer sitzen: die Fans im "Stimmungsnest" in Mörsach.

Doch es war wohl am Samstag ein typischer Fall von "hätte", "wäre", "könnte": Die Idee, den Kiosk von Evi und Rolf Kraft in Mörsach zum "Stimmungsnest" für die Zuschauer des Altmühlseelaufs umzufunktionieren, war jedenfalls super. Dank der Änderung der Laufstrecke kamen die Teilnehmer des Halbmarathons und der Staffeln heuer erstmals über die Streudorfer Brücke hinaus und sollten am Überleiter eifrig beklatscht werden.

"Stimmung wie 100 Mann" machten die hartgesottenen Fans am Kiosk in Mörsach.

Auch auf der Brücke über den Überleiter harrten die Zuschauer tapfer aus. Fotos: Tina Ellinger

Der Plan war gut, die Strecke führte quasi direkt durch den idyllischen Biergarten hindurch, der bei schönem Wetter stets gut besucht ist, und über eine kleine Holzbrücke wieder hinaus.

Ja, und hätte am Samstag die Sonne geschienen, wäre das sicherlich eine ganz heiße Sache geworden. Stattdessen war es grau in grau und das Wasser kam zu allem Überfluss nicht nur von oben: Wegen eines verstopfen Kanals bildetet sich eine riesige Pfütze direkt vor der Holzbrücke, die alle Läufer passieren mussten.

Aber das "Kraftwerk" wäre nicht das "Kraftwerk", hätte es sich von solch widrigen Kleinigkeiten unterkriegen lassen. So harrte eine Schar Hartgesottener trotz allem unter den Sonnenschirmen aus und feuerte die Läufer mit allem, was Krach machen kann, lautstark an. „Bei schönem Wetter könnte das ja jeder“, meinten sie selbstbewusst und ließen ihre Tröten und Kuhglocken erschallen. Nasse Füße, klamme Klamotten? Egal.

So sahen das wohl auch die tapferen Zuschauer, die - ausgerüstet mit Schirm und Regenjacke - auf der Brückeüber den Überleiter dem Regen standhielten und auf die Sportler warteten. Die wiederum freuten sich offensichtlich über die aufmunternden Durchhalteparolen undquittierten das Spektakel mit einem erhobenen Daumen oder einem Grinsen. "Die machten echt Stimmung wie 100 Mann", war ein Finisher zu vernehmen.

Man stelle sich nur vor, die Sonne hätte geschienen...

TINA ELLINGER

Artikel über den Altmühlseelauf 2018, erschienen im Altmühl-Boten

Splitter zum 33.Altmühlseelauf

Seriensieger: Zum wiederholten Male ganz oben auf dem Podest bei den Jedermannsläufern stand Roland Rigotti (Mörnsheim, TSV Neuburg), der die 7,6 Kilometer in 26 Minuten und 31 Sekunden bewältigte. Ausschließlich Sieger gab es beim Bambini- und Schülerlauf. Dort wurden keine Zeiten genommen, jeder Nachwuchsläufer bekam seine Medaille und Urkunde und – für manche trotz der widrigen äußeren Bedingungen wohl wichtiger – ein Eis.

Verletzungsfrei: "Keine Verletzungen, keine Zwischenfälle, das ist das Wichtigste", berichtete Mit-Organisator Frank Reißlein vom SV Unterwurmbach bei der Siegerehrung. Lediglich einen "fiesen Wespenstich" musste Reißlein vermelden. Na dann...

Termin: Der Termin für die 34. Auflage des Heizomat-Altmühlseelaufs steht: Die Lauffreunde in der Region sollten sich den 20.Juli schon mal im Kalender eintragen.

Tapfer: Aufstehen, weitermachen: Kurz nach dem Start verlor eine Bambini-Läuferin ihren Schuh. Sie fackelte aber nicht lange, ließ sich von den vorbeiziehendem Feld nicht beirren, schlüpfte wieder in den Schuh und kam glücklich ins Ziel. Hut ab!

Dickes Lob: Es sind wirklich treue Helfer, die jedes Jahr rund um den Altmühlsee die Versorgungsstationen betreuen. Sie ließen sich auch heuer nicht abschrecken, trotzten dem Dauerregen - manchmal nur spärlich von einem Sonnenschirm geschützt - und bewahrten sich bis zum Ende ihre gute Laune. Merci! mho/tell